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Charente

Ob der weltberühmte Geist des Cognac, die sprühende Kreativität der Comic-Hauptstadt Angoulême oder die sanften Kurven des gleichnamigen Flusses – das Département Charente im Herzen der Region Nouvelle-Aquitaine

Die Charente: die Lebensader des Landstrrichs

Sein Namensgeber ist der Fluss Charente, der bei Chéronnac im Dépargement Haute-Vienne entspringt und nach rund 360 Kilometern bei Rochefort (Charente-Maritime) in den Atlantischen Ozean mündet.mündet. König Franz I. nannte ihn einst den „schönsten Bach des Königreichs“. Ab Angoulême ist die Charente auf einer Länge von 150 Kilometern schiffbar – perfekt für einen Urtlaub im Hausboot oder einen Törn im Paddelboot.

An den Ufern der Charente verdeckt oftmals ein dichter Auwald den Blick aufs Land, teilweise gleichen die Ufer der Chartente sogar einem amphibischen Dschungel. So natürlich ist der Fluss erhalten! Das Wasser der Charente ist so sauber, dass sich Forellen, Zander und Hechte darin ebenso wohlfühlen wie die Besucher, die an heißen Sommertagen von den Booten oder sogar direkt von den Brücken in die kühlen Fluten springen.

Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, folgt dem Flusslauf auf der Radwanderroute La Flow Vélo. Sie verbindet auf entspannte Weise charmante Uferdörfer mit geschichtsträchtigen Städten wie Jarnac, wo der frühere Staatspräsident François Mitterrand das Licht der Welt erblickte. Den äußersten Nordosten des Départements Charente entwässert die Vienne. Im Süden bildet die Dronne teilweise die Grenze zur Dordogne.

Cognac: Hochprozentiges in feuchten Kellern

Kein Besuch im Département Charente ist vollständig ohne einen Stopp in Cognac. Der weltberühmte Weinbrand hat die Stadt reich und international bekannt gemacht. Die großen Handelshäuser wie Hennessy, Martell oder Rémy Martin thronen wie Festungen am Flussufer. In ihren dunklen Kellern atmen die Eichenfässer – ein Prozess, bei dem jährlich ein Teil des Alkohols verdunstet. Man nennt diesen Schwund ehrfürchtig „den Anteil der Engel“ (la part des anges). Die schwarze Färbung der Fassaden in der Stadt zeugt noch heute von dem mikroskopisch kleinen Pilz, der von diesen Dämpfen lebt.

Angoulême: die Stadt der Comics

Die Hauptstadt des Départements ist Angoulême, dessen Altstadt spektakulär hoch auf einem Plateau über dem Fluss thront, bekrönt von der Kathedrale Saint-Pierre, einer romanischen Kuppelkirche mit wahrhaft opulenter Steinmetzkunst auf dem Westwerk. Die Häuserwände der Hauptstadt schmücken indes die Helden der Neunten Kunst.

Überall in der Stadt begegnet man den Stars der Szene auf riesigen Wandbildern – von Lucky Luke bis Asterix. Als Frankreichs Comic-Hauptstadt beherbergt Angoulême zudem am Ufer der Charente in einer ehemaligen Weinkellerei das nationale Comicmuseum (Cité Internationale de la Bande Dessinée). Alljährlich im Januar verwandelt das internationale Comic-Festival die Stadt in ein pulsierendes Zentrum der weltweiten Kunstszene.

Römische Thermen und Felsgräber

Abseits der bekannten Pfade birgt das Département Charente Schätze wie die galloromanische Stätte von Chassenon (Cassinomagus). Hier finden sich einige der am besten erhaltenen römischen Thermenanlagen Europas, erbaut aus dem besonderen Impaktgestein eines Meteoriteneinschlags, der das Département Cantal vor Jahrmillionen erschütterte.

Die Église monolithe Saint-Jean in Aubeterre-sur-Dronne ist eine der ältesten und einzigartigsten Höhlenkirchen Europas, und wurde im 12. Jahrhundert unter das château des Dorfes angelegt, das heute zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Unter der Höhlenkirche, die in einer Höhle der Benediktiner aus dem 8. Jahrhundert angelegt, wurde, befindet sich noch eine Nekropole aus dem 9. Jahrhundert mit mehr als 80 mittelalterlichen Sarkophagen und 170 Felsgräbern. Beide Stätten – die römischen Thermen wie auch die Höhlenkirche – hoffen auf Anerkennung als Welterbe der UNESCO.

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