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Corrèze

Das Departement Corrèze ist eine Region der Übergänge – von den hohen Gipfeln des Zentralmassivs hinunter zu den fruchtbaren Tälern des Südwestens. Ihr findet es im Südwesten Frankreichs in der Region Nouvelle-Aquitaine. 5.857 Quadratkilometer groß, grenzt es an die Departements Haute-Vienne, Creuse, Puy-de-Dôme, Cantal, Lot und Dordogne.

Tulle: Waffen, Spitze und Akkordeons

Die Hauptstadt Tulle schmiegt sich eng in das Tal der Corrèze. Sie ist der Heimatort des ehemaligen französischen Präsidenten François Hollande und blickt auf eine lange industrielle Geschichte zurück. Einst war die Stadt eine staatliche Waffenschmiede. Davon berichtet heute das beeindruckende Waffenmuseum. Doch Tulle bringt auch andere Seiten zum Klingen: Sie gilt weltweit als Hochburg der Akkordeon-Herstellung – man denke an die legendäre Marke Maugein. Seit 1988 feiert die Stadt alljährlich Mitte September ihr Instrument bei den Nuits de Nacre (Perlmutt-Nächten), wenn Virtuosen aus aller Welt mit dem Akkordeon die Straßen der Stadt zum Schwingen bringen.

Brive-la-Gaillarde: mehr als nur Knotenpunkt

Berühmter und größer ist Brive-la-Gaillarde, das administrativ jedoch nur eine Unterpräfektur ist. Und vielen nur als Autobahnkreuz bekannt ist. Doch: Die Stadt, auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär, lohnt durchaus einen Besuch! Ihr Herz schlägt auf dem berühmten Markt, den schon Georges Brassens besang. Hier werden die Schätze der Region – von Trüffeln bis zu feinsten Gänseleberpasteten – feilgeboten. Und verpasst auch nicht Denoix, wo ihr nicht nur den berühmten Nusslikör, sondern auch andere Spezialitäten, verkosten und kaufen könnt.

Rote Wunder & schönste Dörfer

Ganz in der Nähe liegt Collonges-la-Rouge. Mit seinen tiefroten Sandsteinhäusern, die im Licht der Abendsonne fast zu glühen scheinen, gehört es zu den „schönsten Dörfern Frankreichs“ (Plus Beaux Villages de France). Es war sogar der Geburtsort dieser Vereinigung, der im Département Corrèze auch noch Beaulieu-sur-Dordogne, Curemonte, Saint-Robert , Ségur-le-Château und Turenne.

Plateau de Millevaches: das Land der tausend Quellen

Das Département Corrèze ist – wie das benachbarte Département Creuse – recht dünn besiedelt. Dadurch wurde eine noch recht ursprüngliche Natur bewahrt, wie sie auch das Plateau de Millevaches prägt. Entgegen der landläufigen Meinung leitet sich der Name nicht von tausend Kühen (vaches) ab, sondern vom keltischen Wort für Quellen (vaccae). Tatsächlich entspringen hier zahllose Flüsse, darunter auch die Namensgeberin des Départements, die Corrèze.

Badesee der Dordogne

An der Grenze zu den Départements Cantal und Puy-de-Dôme erstreckt sich inmitten grüner Hügel der fast elf Quadratkilometer große und 21 Kilometer lange Lac de Bort-les-Orgues, der die Fluten der Dordogne aufstaut. Auf einer Halbinsel im See thront das markante Schloss Val – ein Postkartenmotiv par excellence!

Zander und Barsch, Hecht und Wels leben im Stausee, bei dem nicht nur das Baden gestattet ist, sondern auch Jetski, Wasserski und Motorbootfahren. Wer mag, kann auch einmal rund um den See wandern. Gleich zwei Wanderwege führen zur Cascade de Murel. 15 Kilometer nordwestlich stürzen dort drei aufeinanderfolgende Wasserfälle in den steilen und bewaldeten Schluchten der Franche-Valeine in ein Labyrinth aus Felsen, bevor sie gemächlich der Dordogne zufließen. Die Cascade de Murel ist der höchste Wasserfall des Departements Corrèze und ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Bodenständige Landküche

Die Küche im Département Corrèze ist rustikal und bodenständig. Berühmt ist das Fleisch des Limousin-Rindes, das hier auf den saftigen Weiden aufwächst. Zum Dessert darf eine Flognarde nicht fehlen – eine Verwandte des Clafoutis, die mit Äpfeln oder Birnen euch zur Kaffeezeit verwöhnt. Herzhaft und sättigend zum Mittag ist der millassou, ein Kartoffelpfannkuchen mit Ei. Und auch die Keller bieten Köstliches. Die Weine des Département Corrèze erleben eine stille Renaissance in Rot, Weiß und Rosé. Mein persönlicher Favorit von hier: ein vin de paille – ein Strohwein, perfekt zum Blauschimmelkäse oder den Walnüssen der Corrèue – oder pur zum Apéro!

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