45 + 18: Das ist Welterbe in Frankreich!

Welterbe: Schloss Versailles. Foto: Hilke Maunder
Schloss Versailles: der Mittelbau vom Parterre d'Eau. Foto: Hilke Maunder

45 Mal Welterbe bei Natur und Kultur, 18 Mal bei immateriellen Kulturgütern: Unglaublich, wie reich und vielfältig Frankreich ist! Weitere 39 Stätten (Stand 1.1.20) stehen auf der Tentativliste und warten noch auf eine Anerkennung.

Mit dabei sind u.a. die Basilika Saint-Denis als Grablege der französischen Könige, das Bergmassiv des Mont-Blanc, die Camargue, die Reede von Marseille sowie Nizza mit seiner Riviera.

Zudem möchte Carcassonne sein Welterbe um seinen sieben Wächterburgen erweitern – die Katharerfestungen von Quéribus, Aguilar, Montségur, Peyrepertuse, Puilaurens, Termes und Lastours.

Welche Welterbestätten habt ihr schon besucht? Oder wollt ihr vielleicht noch entdecken? Sehenswert sind sie allesamt – und besonders schön außerhalb der Ferienzeiten!

Dann herrscht dort meist recht viel Trubel. So wie bei den Journées du Patrimoine im September. Bei den Denkmaltagen könnt ihr kostenlos auch all jene Kulturstätten entdecken, die sonst vielleicht verschlossen sind.

Welterbe der Kultur

Abteikirche von Saint-Savin-sur-Gartempe (1983)

André Malraux nannte sie die „sixtinische Kapelle der Romanik“. Die Abteikirche von Saint-Savin birgt das größte Ensemble romanischer Wandmalereien – eine Bibel in Bildern aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Ihr findet sie 50 km östlich von Poitiers.

Zisterzienserabtei von Fontenay (1981)

60 km nordwestlich von Dijon gründete der Heilige Bernard von Clairvaux im Jahr 1118 die Abtei von Fontenay. Sie gilt als Musterbeispiel der Zisterzienserbaukunst. Statt Zierrat und Schmuck findet ihr nur klare, schlichte Strukturen. Die Inbrunst des Glaubens, gebaut in Stein – nichts sollte von Gott ablenken. Ora et labora, lebe und arbeite, war die Maxime.

Arles, römische und romanische Monumente (1981)

Die antike Arena von Arles. Foto: Hilke Maunder

Gleich drei Mal ist Arles als Welterbe bei der UNESCO eingetragen. Als erstes als Freilichtmuseum der römischen Antike und Romanik,  als zweites als Startpunkt der Via Tolosa als französischem Jakobswege nach Santiago de Compostela. Und drittens mit dem einzigartigen Feuchtbiotop der Camargue. Mehr zu Arles, das zudem an der Radwanderroute ViaRhôna liegt, findet ihr hier im Blog.

Basilika und Hügel von Vézelay (1979)

Die Basilika von Vézelay gehört seit dem Mittelalter zu den wichtigsten Pilgerstätten, liegt sie doch an der Via Via Lemovicensis nach Santiago de Compostela. Vézelay gehört auch dem erlesenen Kreis der schönsten Dörfer Frankreichs an – das macht den Ort zu einer Hauptsehenswürdigkeit im Burgund.

Das Eerbe des Bassin Minier. Foto: 9-9bis-CAHC (Pressebild Hauts-de-France)

Bassin minier du Nord-Pas de Calais (2012)

Das alte Bergbaurevier Bassin Minier bewahrt das Erbe der Kohle – und belebt es durch Kultur. Auf dem Gelände der Grube Delloye, wo bis 1971 täglich tausend Kumpels 1000 Tonnen Steinkohle förderten, hat sich zum größten Bergbaumuseum Frankreichs ein Energie-Kulturzentrum gesellt, das den Dialog über vergangene, heutige und künftige Energien anregen will.

Die Zeche 11/19 von Loos-en-Gohelle hat sich mit der Fabrique Théâtrale zum Kulturzentrum für Kreative jeder Couleur gewandelt. Auf der Schachtanlage von Oignies musizieren Bands auf der „Métaphone“-Bühne.

In Rieulay begann bereits vor 20 Jahren die Renaturierung der ehemaligen Berghalde. Heute könnt ihr dort beim Spazierengehen, Angeln, Segeln, Reiten oder Radfahren der Natur wieder ganz nahe sein.

In Noeux-les-Mines entstand zeitgleich Frankreichs tiefstgelegende Skistation. Loisinord ist, im Winter ein Wedelparadies mit 320 m langer Piste von einer 74 m hohen Halde, im Sommer Treff der Wasserski-Fans, die über einen künstlichen See sausen.

Jenseits der Grande Place im flandrischen Barock erhebt sich sich der Belfried der Place des Héros. Foto: Hilke Maunder

Flämische Beffrois  (1999,2005)

23 flämischen Glockentürme eröffnen seit dem Mittelalter weite Aussichten auf Flandern – sechs Belfriede in Belgien und 17 in Frankreich.

Bordeaux, Port de la Lune (2007)

Ein Hafen als Halbmond: der Port de la Lune von Bordeaux. Foto: Hilke Maunder

Das historische Zentrum der Hafenstadt iaan der Garonne stellt auf 1800 ha ein außergewöhnliches städtebauliches und architektonisches Ensemble dar. Nach Paris birgt Bordeaux die meisten geschützten Gebäude. Der Stadtentwicklungsplan Bordeaux 2030 will sie – im engen Austausch mit der UESCO – besser in Szene setzen.

Canal du Midi (1996)

Der Canal du Midi nahe der Schleuse Écluse de Peyruque. Foto: Hilke Maunder

1667 wurde der Bau begonnen, 14 Jahre später das lang ersehnte Projekt eingeweiht: ein Kanal zwischen Sète und Toulouse, der über die Garonne Mittelmeer und Atlantik verbindet. Mehr zu Traumstrecke der Hausbootfahrer erfahrt ihr hier und hier.

Kathedrale von Amiens (1981)

Die Westfassade der Kathedrale von Amiens. Foto: Hilke Maunder

Sie ist mit 200.000 Kubikmeter doppelt so groß wie Notre-Dame de Paris, birgt das höchste Mittelschiff aller Kathedralen Frankreichs und hat die Bautechnik des Mittelalters revolutioniert: die Kathedrale von Amiens.

800 Jahre alt wird das Gotteshaus 2020 – und feiert es ein Jahr lang. Alle Infos zum Bau und zum Jubiläum findet ihr hier.

Cathédrale de Bourges (1992)

Meisterwerk der Hochgotik: die Kathedrale von Bourges im Berry. Foto: Hilke Maunder

Ohne Querschiff, als 125 langes Kirchenschiff an der Schwelle zur Hochgotik, so ruht sie in den erzbischöflichen Gärten der kleinen Stadt Bourges und beeindruckt mit ihrer fast fragilen Größe: die Kathedrale von Bourges, die auch im Innern licht, klar und feingliedrig wirkt. Mehr zum Städtchen findet ihr hier.

Kathedrale von Chartres (1979)

Größer ist keine Kathedrale in Frankreich: Mit einer Breite von 16,4 Metern ist das Hauptschiff das größte des Landes. 176 leuchtende Buntglasfenster in aus dem 12. und 13. Jahrhundert inszenieren einen göttlichen Lichterraum bei Sonnenschein – atemberaubend!

Welch atemberaubende und süße Pracht. Noch nie hat sich mir die Größe des menschlichen Genies so deutlich gezeigt. Mein eigener Geist wird beflügelt im Ansturm der Bewunderung – und ich rufe euch zu: Es gibt nichts, was schöner anzuschauen wäre, es gibt nichts, was sich mehr lohnt zu studieren als unsere französischen Kathedralen – und vor allen diese. Chartres, die herrlichste der Kathedralen.

Auguste Rodin

Cathédrale Notre-Dame, ancienne abbaye Saint-Rémi et palais du Tau, Reims (1991)

Gleich vier Bauten – die Kathedrale Notre-Dame, das Palais du Tau, die Basilika und das Abteimuseum Saint-Remi – gehören zum zum Unesco-Welterbe. Vom 12.-19. Jahrhundert wurden alle französischen Könige in der Kathedrale von Reims gekrönt. Während der Feierlichkeiten logierten sie im erzbischöflichen Palais du Thau.

Historisches Zentrum von Avignon : Papstpalast, päpstliche Bauten und Pont d’Avignon (1995)

Die Skyline der Papststadt von der Rhône aus. Foto: Hilke Maunder

Hinter der Stadtmauer von Avignon regierten ab 1309 sieben Päpste und zwei Gegenpäpste und machten Avignon für rund 100 Jahre zum Machtzentrum des Christentums.

Hier gibt es ein Bett für Pilger auf dem Jakobsweg, verrät das blau-gelbe Muschelsymbol des Refuge Municipal. Foto: Hilke Maunder

Jakobswege in Frankreich (1998)

Aus Paris kam die Via Turonensis, aus Vézelay die  Via Lemovicensis, aus Arles die Via Tolosa und aus Puy -en-Velay die Via Podiensis. Erst in Spanien verbanden sich diese vier Jakobswege zum Camino Francés, dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela.

Bischofsstadt von Albi (2010)

Blick auf Albi am Tarn. Foto: Hilke Maunder

Zum 20 Hektar große Bischofsviertel, dem die UNESCO den Kulturerbestatus zuerkannte, gehören neben der gotischen Cathédrale Sainte-Cécile der angrenzende Bischofspalast Palais de la Berbie, die Stiftskirche Saint-Salvin als ältester Sakralbau der Stadt, die Brücke Pont-Vieux von 1040 und ein Teil des Tarn-Ufers. Mehr zu Albi erfahrt ihr hier.

Coteaux, Maisons et Caves de Champagne (2015)

Der Champagner wird per Hand gerüttelt. Foto: Alain CORNU, Comité Champagne

Auch die Weinberge, Winzerhäuser und Winzerkeller der Champagne gehören zum Welterbe –als Ort der Erfindung, Erzeugung und Vermarktung des  berühmten Schaumweins.

De la grande saline de Salins-les-Bains à la saline royale d’Arc-et-Senans, la production du sel ignigène (1982,2009)

Mächtige unterirdische Galerien und ein Pumpwerk sind Zeugnisse für die Salzquellen, die einst im Jura das weiße Gold des Mittelalters lieferten.

Die Festungsbauten von Vauban (2008)

Die Vauban-Festung von Mont-Louis. Foto: Hilke Maunder

Der Festungsbaumeister von Sonnenkönig Ludwig XIV. war an der Planung bzw. am Um- und Ausbau von etwa 160 Festungen beteiligt. Seine zwölf wichtigsten Festungsbauten sind Welterbe. Mehr dazu findet ihr hier im Blog.

Grotte ornée du Pont-d’Arc, dite Grotte Chauvet-Pont-d’Arc, Ardèche (2014)

Die Chauvet-Grotte birgt die ältesten menschlichen Malereien. 36.000 Jahre sind sie alt, die Abbildungen der Urzeittiere und -menschen auf dem Fels. Und heute nur noch in in einer Replik namens „Caverne du Pont-d’Arc“ zu bewundern.

Juridiction de Saint-Émilion (1999)

Nicht nur das malerische Dorf, sondern die gesamte Weinbauregion mit ihren Rebgärten auf einem Hochplateau der Dordogne gehört zum Welterbe!

Das Architekturerbe von Le Corbusier (2016)

Die Cité Radieuse von Le Corbusier in Marseille. Foto: Hilke Maunder

Die Maisons La Roche et Jeanneret (1923) in Paris, die Wohnsiedlung der Cité Frugès inPessac (1924), die Villa Savoye mit ihrer Gäertnerloge vonPoissy, (1928), das Mietshaus an der Porte Molitor, Boulogne-Billancourt (1931), die Wohneinheit der Cité Radieuse von Marseille, die Fabrik Duval in Saint-Dié-des-Vosges (1946), die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Roncham (1950)…

… Corbusiers privates Ferienblockhaus Le Cabanon in Roquebrune-Cap-Martin(1951), das Kloster Saint-Marie-de-la-Tourette in Eveux (1953) und die Maison de la Culture de Firminy (Kulturzentrum), Rhône-Alpes (1953): Le Corbusiers hat Frankreich drei Dekaden lang Architektur-Ikonen beschert.

Le Havre, wieder aufgebaut von Auguste Perret (2005)

Der Wiederaufbau von Le Havre – Saint-Joseph ist das leuchtende Wahrzeichen. Foto: Hilke Maunder

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Le Havre in Schutt und Asche. Wieder aufgebaut wurde die Hafenstadt an der Seine-Mündung von einem Belgier, der in Frankreich als Wegbereiter der modernen Architektur und Meister des Eisenbetonbaus gilt: Auguste Perret (1874 – 1954).

Die Causses & Cévennes (2011)

Der Causse du Larzac bei Le Caylar. Foto: Hilke Maunder

Die Kalkplateaus der Causses und das Mittelgebirge der Cevennen bilden zwei einsame, sehr naturnahe Landschaften. Hier zu wandern ist herrlich!

Die Climats der Weingärten des Burgunds (2015)

Die Weingärten von Vougeot. Foto: Hilke Maunder

500 einzelnen Weinlagen, „climats“ genannt,  machen den Burgund nicht nur zu einer der ältesten, sondern besten Weinregionen der Welt.

Mont-Saint-Michel und seine Bucht (1979)

Der Mont-Saint-Michel und seine Bucht bei Ebbe. Foto: Hilke Maunder

Der Erzengel Michael soll den Erzbischof von Avranches höchstpersönlich zum Bau des Arbeit auf einem Granitkegel im Meer aufgefordert haben. Mehr zum Klosterberg, den ein Bach von der Bretagne in die Normandie verschob, erfahrt ihr hier.

Palast und Park von Fontainebleau (1981)

Zwischen knorrigen Eichen, Kletterfelsen und tiefen Schluchten versteckt sich Napoleons Lieblingsschloss: die Renaissance-Residenz Fontainebleau. 34 Herrscher bestiegen seinen den imposanten Thorn, residierten in seinen prunkvollen Gemächern und feierten in seinem Ballsaal.

Heute könnt ihr euch ganz royal durch den weitläufigen Park mit Teichen, Alleen, Brunnen und Baumveteranen kutschieren lassen, im Ballon über das Anwesen schweben oder „Jeu de Paume“ spielen, den Vorläufer des Tennis!

Palast und Park von Versailles (1979)

Schloss Versailles: Südflügel. Foto: Hilke Maunder

Nirgendwo sonst ist ein Herrschaftsgedanke so konsequent und beeindruckend und gleichzeitig so geschmackvoll und harmonisch umgesetzt worden wie im gigantischen Märchenschloss des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Mehr zum Château de Versailles erfahr ihr hier.

Paris, Ufer der Seine (1991)

Die Pariser Seine-Ufer sind seit 1991 Welterbe. Doch erst ab 2013 bzw. 2017 bilden sie auch einen Park, der zum Flanieren einlädt. Die Autos sind den Spaziergängern, Rollerbladern, Radfahrern und Joggern gewichen. Sonnenbaden und Lebenslust statt Stau und Stress. Und im Sommer sorgt Paris Plages sogar für Strandvergnügen an den Ufern der Seine zwischen Eiffelturm und Bastille.

Die Ufer der Seine, hier bei der Île Saint-Louis (r.)

Die Plätze Stanislas, de la Carrière et d’Alliance à Nancy (1983)

Die Hauptstadt der Herzöge von Lothringen schaffe es mit diesen drei wunderschönen Plätze zum Welterbe.  Die Place Stanislas ist mit Rathaus und Grand Théâtre, goldenen Toren und goldverzierten Schmuckgittern

für Lonely Planet sogar der viertschönste Platz der Welt!

Pont du Gard (1985)

Glasklar sind die flachen Fluten des Gardon am Pont du Gard. Foto: Hilke Maunder

Die gallorömische Wasserleitung versorgte in der Antike die junge Stadt Nîmes täglich mit 20.000 Litern Trinkwasser. Mehr zum Meisterbau ohne Mörtel erfahrt ihr hier.

Provins (2001)

Auf dem höchsten Punkt von Provins wurde die Tour César im 12. Jahrhundert errichtet. Foto: Hilke Maunder

80 Kilometer südöstlich von Paris hat die Festungsstadt Provins 58 bedeutende Bauwerke seit dem Mittelalter bewahrt – von der Wehrmauer mit ihren 22 Türmen bis zur Tour César, ihrem Wahrzeichen. Mehr zu alten Handelsstadt der Grafen der Champagner erfahrt ihr hier im Blog.

Site historique de Lyon (1998)

Auch die vier historischen Stadtviertel von Lyon gehören zum Welterbe. Auf dem Fourvière-Hügel findet ihr die ältesten Zeugnisse der Stadt – die  Überreste von Lugdunum. Zwischen dem Hügel von Fourvière und der Saône lebt in der Altstadt Vieux-Lyon die Renaissance.

Lyons zweiter Hügel Croix-Rousse hat das Erbe der canuts, der Seidenweber, bewahrt. Vom Wohlstand der Großbürgertums und der Opulenz der Belle-Époque zeugt die Halbinsel Presqu’île zwischen Rhône und Saône.

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011)

Wie lebten die Menschen um 3000 v. Chr. im und am Alpenraum? Das verraten 111 Relikte vergangener Siedlungen aus dem Jungneolithikum, der Bronze- sowie der frühen Eisenzeit in sechs Ländern.

Prähistorische Stätten und dekorierte Höllen des Vézère-Tales (1979)

Das Vallée de la Vézère ist Frankreichs Tal der Prähistories: 147 Fundstellen, darunter 25 Höhlen mit Malereien, gewähren Einblicke in das Leben der Cro-Magnon-Menschen, den Jägern und Sammlern der letzten Kaltzeit (40.000-12.000 v. Chr.). Startet in Les Eyzies de Tayac eure Reise in die Steinzeit!

Strasbourg, Grande-Île et Neustadt (1988,2017)

Petite France mit dem Haus „Gerwerstubb“ auf der Altstadtinsel von Strasbourg. Foto: Hilke Maunder

Die große Insel mit der Altstadt von Straßburg war das erste Stadtzentrum Frankreichs, das die UNESCO in Frankreich als schützenswert eingestuft hat. 21 Brücken und Stege verbinden die Grande Île mit dem Rest der Stadt. Im Winter inszeniert sich Europametropole dort als Weihnachtshauptstadt. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Marae Taputapuātea (2017)

Eine gepflasterte Plattform, aus  deren Mitte sich ein Stein erhebt:  In der Marae Taputapuatea, einer Kultstätte unter freiem Himmel direkt am Meer, huldigten die Maohi auf der Insel Raiatea in Französisch-Polynesien ihrem Kriegs- und Fruchtbarkeitsgott Oro.

Das antike Theater und der Stadtgründungsbogen von Orange (1981)

Die Bühnenwand des antiken Theaters von Orange. Foto: Hilke Maunder

Das ist die schönste Mauer meines Königreiches.

Ludwig XIV.

Der Sonnenkönig war sichtlich begeistert, als er die Bühnenwand des römischen Amphitheaters in Orange zum ersten Mal erblickte. 37 m hoch ragt sie auf. Und ist alljährlich Kulisse für das Opernfestival Chorégies d’Orange.

Wer von Lyon von Norden her nach Orange reicht, folgt der Trasse der antiken Via Agrippa. Und erreicht als erstes Monumentaltor, das oft als Triumphbogen betitelt wird. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Denkmal anlässlich der Stadtgründung, das einst mit Quadriga und Bronzestatuen geschmückt war. Mehr zu Orange findet ihr hier im Blog.

Der Stadtgründungsbogen von Orange. Foto: Hilke Maunder

Val de Loire entre Sully-sur-Loire et Chalonnes (2000)

Unzählige Burgen und Schlösser aus allen Epochen und Stilen säumen die Ufer der Loire und ihrer Nebenflüsse Indre, Cher und Vienne –  prachtvolle Schlösser mit  kunstvollen Gartenanlagen, die eingebettet sind in eine urwüchsige, fast unberührte Flusslandschaft mit Auwäldern und Sandbänken, Weinbergen und Tuffsteinhöhlen.

Mehr zur Loire und Frankreichs längstem Fluss erfahrt ihr hier. Das Loire-Tal der Schlösser habe ich hier vorgestellt.

Schloss Villandry mit seinen berühmten Gärten. Foto: Hilke Maunder

Ville fortifiée historique de Carcassonne (1997)

Vier Millionen Menschen wandern jährlich hinauf zur Welterbe-Festung am Ufer der Aude.

Doch Carcassonne hat weitaus mehr zu bieten als sein Welterbe „Cité“: das Gassenlabyrinth der Bastide Saint-Louis, wo Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Markttag ist auf der Place Carnot, Spazierwege am Lac de la Cavayère und Canal du Midi – Concept Stores wie L’Espril de Sel mit Designermöbeln und Deko.

Mehr Tipps hat Caroline Ducasse hier für meinen Blog zusammengestellt. Carcassonne ist ihre Heimatstadt!

Die Cité von Carcassonne mit der Büste der Dame Carca neben der Porte Narbonnaise. Foto: Hilke Maunder

Welterbe der Natur

Golf von Porto: calanche de Piana, golfe de Girolata, réserve de Scandola (1983)

Mehr als zehn Kilometer tief dringt der Golf von Porto in die Westküste von Korsika ein. Das Rot der Felswände, das Grün der Macchia und das Blau des Meeres ergeben ein faszinierendes Farbenspiel!

Der Golf von Porto – ein mediterraner Traum. Foto: Hilke Maunder

Chaîne des Puys –Limagne-Verwerfung (2018)

Was passiert, wenn ein Kontinent abdriftet, die Erdkruste aufreißt, einstürzt und Magma nach oben steigt? Das zeigt das erste Naturwelterbe des französischen Festlands im Herzen der Auvergne.

Die Lagune von Neukaledonien (2008)

Das Korallenmeer in der Lagune von Poé. Foto: Hilke Maunder

24.000 Quadratkilometer ist sie groß, die weltgrößte Lagune – und Zweidrittel sind seit mehr als zehn Jahren als Welterbe geschützt.

Einzigartig ist sie besonders durch  ihre abwechselnd kalten und warmen Meeresströmungen, die ihre 25-40 m tiefen Fluten durchziehen. Manchmal reichen die Riffe allerdings bis zur Wasseroberfläche hinauf. Da müsst ihr aufpassen beim Schnorcheln!

Die Lagune besitzt eine unglaublich reiche und vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Schildkröten legen hier ihre Eier ab, Buckelwale ziehen in der Lagune ihren Nachwuchs auf. Papageifische, Manta-Rochen und Seekühen tummeln sich im Wasser. Meeresvögel balzen auf kleinen Felsinselchen. Einfach paradiesisch! So wie der gesamte Archipel von Neukaledonien, den ich hier im Blog vorgestellt habe.

Vulkanlandschaften, Talkessel und Hochebenen der Insel Réunion (2010)

Noch immer sind 30 Prozent des Naturraums von der Insel Réunion unberührt. Berge, die sich mit dem Meer verbinden. Tamarindenwälder, Heideflächen, raue Kraterlandschaften. Ein atemberaubendes Mosaik von Naturlandschaften, geschaffen von untermeerischen Vulkanen. La Réunion war niemals mit einem Kontinent verbunden! Was ihr dort erleben könnt, hat Anni Zettl in ihrem Gastbeitrag verraten. Klickt hier!

Französische Süd- und Antarktisgebiete (2019)

Das größtes Naturschutzgebiet in Frankreich ist auch das entlegenste und wird bislang nur von La Réunion mit Forschungsschiffen angefahren. Es  umfasst die Inselgruppen Kerguelen, Crozet, Sankt Paul und Amsterdam und deren Meeresgebiete.

Welterbe von Kultur und Natur

Pyrenäen – Mont Perdu (1997,1999)

Das bislang einzige Natur- und Kulturweltwerbe Frankreichs schützt gemeinsam mit Spanien die Lebensform der Almwirtschaft in einer geologisch einzigartigen Landschaft – in den Pyrenäen prallt die afrikanische Platte gegen die europäische.

Immaterielles Welterbe

Seit 2008 ist Frankreich auch in der repräsentativen Liste des immateriellen Welterbes vertreten.

Alpinismus (2019)

gemeinsam mit Italien und Schweiz

Parfümherstellung in Grasse von der Pflanze bis zum Duft (2018)

In Grasse per Hand geerntet: diese Rosenblüten. Foto: ATOUT France/Emmanuel Valentin

Die Kunst der Trockenbaumauer (2018)

gemeinsam mit Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Slowenien, Spanien und der Schweiz

Der Karneval von Granville (2016)

Die Falknerei (2016)

Das Abrichten von Falken, ihre Pflege und ihre Jagd ist eine Welterbe, das Frankreich mit vielen anderen Ländern teilt: Belgien, Deutschland, Italien, Österreich, Portugal, Spanien, Tschechien, Ungarn, Katar, Kasachstan, Korea, Marokko, Mongolei , Pakistan, Saudi-Arabien, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Feuerfest zur Sommersonnenwende  in den Pyrenäen (2015)

mit Spanien und Andorra

Gwoka, Musik, Gesang und Tanz auf Guadeloupe (2014)

Der Gwoka ist ein kreolischer Gesang und Tanz, bei dem der Rhythmus auf Ka-Trommeln geschlagen wird.

Die Reliquienfeiern im Limouisin (2013)

Erstmals 1094 wurden die Reliquienfeiern abgehalten, die heute alle 7 Jahre stattfinden. Gegründet wurden sie, um  abgehalten, um Kranke zu heilen.

Die bretonische Fest-Noz (2012)

Das Fest der Bretagne – mit viel Geselligkeit, der traditionellen Musik der Bagdad, den oft Gesang begleitet. Und einem ganz speziellen, überlieferten Tanzstil.

Die französische Reitkunst (2011)

Seht sie euch einmal beim Cadre Noir in Saumur an!

Die Spitzenstickerei aus Alençon (2010)

Jocelyne Renault ist seit 1976 Dentellière im Atelier national de la Dentelle und zeigt im Museum den Besuchern die zehn Schritte zur Herstellung der Alençon-Spitze. Foto: Hilke Maunder

1851 feierte der Point d’Alençon seinen größten Triumph. Auf der Weltausstellung wurde die Handarbeit in London als „Königin der Spitzen“ ausgezeichnet. Bis heute wird die Nadelspitze im Süden der Normandie handgefertigt. Für ein briefmarkengroßes Spitzenmotiv brauchen die Profis dort 25 Stunden. Mehr zur Spitze aus Alençon erfahrt ihr hier!

Das Compagnonnage-Netzwerk (2010)

In England heißen sie Journeyman oder Yeoman Guild, in Frankreich Compagnonnages: .Gesellenbruderschaften, die Unterstützung und Wissenstransfer bei der Arbeit garantieren. Seit Jahrhunderten.

Das gastronomische Mahl der Franzosen (2010)

Auch die Fête de la Gastronomie in Carro feiert die französische Kochkunst. Foto: Hilke Maunder

Paul Bocuse und Alain Ducasse hatten die Bewerbung unterstützt, und auch der ehemalige Staatspräsident Sarkozy hatte die Bewerbung vorangetrieben. Seit 2008 ist es amtlich. Die französische Küche ist die beste der Welt – und als Welterbe anerkannt.

Der korsische Cantu der Paghjella (2009)

Der Männergesang von Korsika ist unglaublich berührend. Foto: Hilke Maunder

Die Anreißtechnik beim Bau von Fachwerkhäusern und Gebälk (2009)

Die Tapisserie von Aubusson (2009)

Seit sechs Jahrhunderten werden in der Stadt im Limousin Bildteppich gewebt. Was Tolkien mit den Bildteppichen von Aubusson zu tun hat, erfährst Du hier.

Der Maloya (2009)

Auf der Insel Réunion im Indischen Ozean verbindet der Maloya Tanz, Musik und Gesang. „Maloya“ kommt aus dem Madagassischen „Maloy aho“ und bedeutet „plaudern“.

Prozession der Riesen und Drachen (2008)

Als riesige Adelsfiguren ziehen die Géants du Nord, die in Cassel und Douai durch die Straßen, und auch Steenvoorde gibt es wie in anderen Städten Nordfrankreichs und Belgiens die Tradition der Riesen-Prozession.

 

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6 Kommentare

  1. Liebe Hilke Maunder, wieder einmal wie so oft ein toller Bericht. Danke dafür und für viele andere Anregungen. Es ist immer wieder bewundernswert wie neue Themen und Informationen im Blog zu finden sind. Nochmals herzlichen Dank.
    Karl-Heinz

  2. Liebe Frau Maunder,
    ein super schöner Artikel zum franz. Weltkulturerbe, in dem viel Arbeit und wohl auch jede Menge Herzblut von Ihnen steckt. Vielen herzlichen Dank.

    Viele der vorgestellten Orte durfte ich in den vergangenen 35 Jahren schon persönlich erleben, von den anderen träume ich noch.

    Liebe Grüße aus Süddeutschland
    Elisabeth

    • Liebe Frau Kretschmar,
      herzlichen Dank – und ja, da steckt viel Herzblut drin. Wie im gesamten Blog. Er ist meine Leidenschaft nach Feierabend. Und lässt mich das Land viel intensiver und genauer erleben als zuvor. Über Lob oder Anregungen für neue Themen freue mich besonders… und wenn er Menschen wie Ihnen Freude bereitet und Frankreich ins Haus holt. Viele Grüße! Hilke

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