Frankreich in Amerika
Frankreich in Amerika: Das ist ein Mosaik aus tropischem Regenwald, karibischer Lebensfreude und europäischem Standard unter Palmen. Von den dichten Dschungeln Südamerikas bis zu den mondänen Jachthäfen der Antillen erstreckt sich der Einfluss der Trikolore über den Atlantik. Hier finden sich Übersee-Départements und Gebietskörperschaften, die nicht nur geografisch faszinieren, sondern als vollwertige Teile Frankreichs auch zum offiziellen EU-Gebiet gehören.
Französisch-Guyana: grüne Lunge am Äquator
Fast so groß wie Österreich ist mit 91.553 Quadratkilometern Französisch-Guayana (973) als das einzige französische Département in Südamerika. Eingebetten zwischen Suriname im Westen und Brasilien im Süden und Osten, ist Französisch-Guayana ein echter wilder Dschungel. Mehr als 90 Prozent seiner Fäche bedeckt ein dichter tropischer Regenwald – ein Paradies für Jaguare, Affen, Schlangen und farbenfrohe Vögel. Im Süden des Landes erhebt sich das guayanische Hochland mit Bergen, Wasserfällen und Flüssen.
An der 378 Kilometer langen Küste unterbrechen weitläufige Mangrovenwälder die einsamen Sandstrände, an denen Lederschildkröten ihre Eier ablegen. Vor der Küste liegen mehrere Inseln wie die Îles de la Découverte. Die Îles du Salut dienten einst als berüchtigte Strafkolonie – Papillon machte sie bekannt! . In der Hauptstadt Cayenne bietet das historische Fort Cépérou einen weiten Blick über die Stadt und den gleichnamigen Fluss. Weltberühmt ist das Département zudem für das europäische Weltraumzentrum in Kourou, von dem aus die Ariane-Raketen ins All starten.

Guadeloupe: der Schmetterling der Karibik
Das größte Département der französischen Antillen trägt die Nummer 971 und wird wegen seiner markanten Form oft als Papillon (Schmetterling) bezeichnet. Guadeloupe besteht aus den ungleichen Schwestern Basse-Terre, einer gebirgigen Vulkaninsel mit dem aktiven Soufrière, und Grande-Terre mit flachen Kalksteinplateaus und weißen Puderzuckerstränden. Dort liegt die Hauptstadt Pointe-à-Pitre, die in den letzten Jahren zu einem pulsierenden Streetart-Hotspot aufgestiegen ist.
Zu Guadeloupe gehören noch mehrere kleinere Inseln wie die Îles des Saintes, eine Inselgruppe südwestlich von Basse-Terre mit weißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser. Flach und als Wanderland beliebt ist La Désirade östlich von Grande-Terre. Marie-Galante ist eine ruhige Zuckerrohr-Insel südöstlich von Grande-Terre. Laurent Voulzy machte sie mit seinem Chanson weltberühmt.

Martinique: die Blumeninsel
Auf der 1.125 Quadratkilometer großen Vulkaninsel Martinique (972) regiert die Natur. Im Norden dominiert der majestätische Vulkan Montagne Pelée das dichte Grün des Regenwaldes, den Schluchten und Wasserfällen durchziehen.. Der Süden hingegen ist ein Eldorado für Sonnenanbeter: Hier finden sich sowohl helle Korallenstrände als auch dramatische Abschnitte mit tiefschwarzem Lavasand – und überall richtig tolle beach bars! Die Hauptstadt Fort-de-France verbindet französisches Flair mit karibischem Rhythmus.

Saint-Barth: Luxus im Azurblau
Saint-Barthélemy, kurz Saint-Barth, ist kein Département, sondern eine Collectivité d’outre-mer. Die nur 21 Quadratkilometer große Insel gilt als das „Saint-Tropez der Karibik“. In der Hauptstadt Gustavia reihen sich Luxusjachten an exklusive Boutiquen. Prominente aus aller Welt schätzen die Diskretion der Insel – auch für die Rocklegende Johnny Hallyday wurde Saint-Barth zur letzten Ruhestätte; sein Grab in Lorient ist heute ein Pilgerort für Fans.

Saint-Martin: eine Insel, zwei Nationen
Die Karibikinsel Saint-Martin ist ein diplomatisches Unikum: Der nördliche Teil gehört als französisches Überseegebiet zur EU (Hauptstadt Marigot), während der Süden als Sint Maarten (Hauptstadt Philipsburg) ein autonomes Land innerhalb des Königreichs der Niederlande bildet.
Ohne harte Grenze können Besucher hier zwischen französischer Gourmetküche und niederländisch geprägtem Casino-Flair hin- und herwechseln. Unglaublich beeindruckt haben mich die Strände von Saint-Martin. Und wie Street-Art ganz gezielt für den Aufbau der Insel nach den Sturmschäden von Irma genutzt wurde – faszinierend!

Rum, Accras und Colombo
In der Küche von Frankreich in Amerika verschmelzen französische Techniken mit kreolischen Gewürzen. Der Rhum Agricole, der direkt aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert wird, ist ein geschütztes Qualitätsprodukt. Beliebte Vorspeisen sind accras de morue (frittierte Fischbällchen), gefolgt von einem würzigen Colombo-Curry oder fangfrischem Hummer. Zum Dessert genießt man den Tourment d’Amour, ein kleines Küchlein mit Kokosfüllung, das ursprünglich von den Îles des Saintes stammt.






















